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Medientraining - wie bringe ich meinen Event, meine Information in die Medien

Mittagsinfo Veranstaltung
 
Mittagsinfo: Donnerstag 2. Sept. 2010

Sie können hier die Unterlagen der Referate der beiden ReferentInnen downloaden.

 

Heinz Girschweiler vom Tages-Anzeiger bringt über 30 Jahre Berufserfahrung als Lokal- und Regionalredaktor mit.

Referat im PDF

 

Alexandra Rosetti, Leiterin Pressestelle UNICEF Schweiz

Referat im PDF

Es ist kein Hokuspokus

Ein inclusio-Tandem im Austausch

«Wenn ich mal gross bin, werde ich Lehrerin.» Jedes Kind hat einen Traumberuf – vielleicht ändert er sich, vielleicht bleibt er bis ins Erwachsenenalter gleich. Mit 14 oder 15 Jahren macht sich ein Jugendlicher auf die Suche nach einer Lehrstelle, um diesen Traum zu verwirklichen.

Der Übergang von der Schule in die Berufswelt ist ein wichtiger Schritt. Für Migrantinnen und Migranten oder junge Menschen aus bildungsarmen Verhältnissen ist er oft schwieriger. Verschiedene Organisationen bieten Mentoring-Programme an, die Jugendliche bei der Lehrstellensuche unterstützen. Berufserfahrene Mentorinnen und Mentoren setzen sich als Coach ein. Eine freiwillige Mentorin des incluso-Programms von Caritas Zürich gibt einen Einblick in ihre Aufgaben und erzählt, warum diese Erfahrung eine Bereicherung ist.

Claudia Buchli ist als freiwillige Mentorin bei Caritas Zürich im Einsatz. Sie ist kommunikativ und tauscht sich gerne mit anderen aus. «Ich arbeite im Personalbereich und habe selber auch einmal eine Lehre gemacht. Ich kann daher mein Wissen an jemanden weitergeben und nehme selber etwas mit.» Auf das incluso-Projekt hat sie eine Kollegin hingewiesen. Sie hat die Unterlagen studiert und wusste: Das ist das, was sie machen will. Es war reiner Zufall. Nach einer Woche hatte sie bereits ihr erstes Treffen mit einer Jugendlichen auf Lehrstellensuche. Die Tandems werden von Caritas Zürich zusammengestellt: Mentorinnen betreuen jugendliche Frauen,ZürichMentoren jugendliche Herren. «Beim Zuteilen der Mentorinnen und Mentoren entscheidet das Bauchgefühl. Am wichtigsten ist, dass sie zusammenpassen. Die Temperamente der beiden Menschen müssen übereinstimmen. Eine zu feurige Mentorin könnte eine ruhige Jugendliche mit ihrer Art überfordern», erzählt Monika Litscher, Verantwortliche des incluso-Projekts bei Caritas Zürich.

Wie die Rollen definiert und die Zusammenarbeit gestaltet werden, ist dem Duo überlassen. Die Mentorinnen und Mentoren müssen offen sein, sich auf ihre Mentees einlassen, ihre Ideen respektieren, sie fordernohne zu überfordern. Die einen Mentees sind strukturierter, die anderen improvisationsbereiter. Genau das macht es für Claudia Buchli spannend und fordernd. Es ist wichtig, dass die Mentees vieles selber machen. «Ich helfe gerne beim Wie und Wo, aber das Was muss von meiner Mentee kommen.» Die Jugendlichen beweisen Caritas Zürich bereits beim Aufnahmeprozess, dass sie den Willen haben, mitzumachen. Sie melden sich beispielsweise selber an – das läuft nicht über die Eltern.

Intensive Begleitung

Vor allem am Anfang ist dieser Freiwilligeneinsatz intensiv: Ein Treffen alle zwei Wochen, um eine Beziehung und ein Vertrauensverhältnis aufzubauen sowie Ideen und Ziele zu diskutieren. Daneben sind Bewerbungsbriefe zu korrigieren und Infos zu beschaffen. Wenn das Tandem gut eingespielt ist, wird der Aufwand geringer. Mit einem 100%-Pensum ist es gut machbar. Claudia Buchli bekräftigt, dass es nicht nur darum geht, eine Lehrstelle zu finden, auch wenn dies das Fokusthema ist. «Man ist ihre Bezugsperson. Sie stellen Fragen, die sie in der Schule oder zu Hause nicht stellen können.» Man hilft ihnen beim Surfen auf dem Internet, erklärt ihnen auch Sachen, die für uns ganz klar sind – z.B. wie man ein Word-Dokument an eine E-Mail hängt.

Die deutsche Sprache ist die grösste Hürde für Jugendliche mit Migrationshintergrund und verunsichert sie. In diesem Bereich brauchen sie Unterstützung. «Manchmal sitzen wir zusammen und präzisieren ihre Botschaften und Ideen. Es ist mir wichtig, dass der Input vom Mentee kommt, darauf baut unser Gespräch und meine Hilfe zur Selbsthilfe auf.»

Claudia Buchli betreut bereits ihre zweite Mentee. Die Aufgabe macht ihr sehr viel Spass, sie findet sie schön. «Es ist kein grosser Aufwand für mich und ich kann jemandem etwas geben und erhalte sehr viel zurück. Sie sind sehr dankbar für die Zeit, die ich ihnen schenke. Sie strahlen mich einfach nur an. Ich kann jedem einen solchen Freiwilligeneinsatz empfehlen. Wenn man die aktuelle Lehrstellensituation betrachtet, ist dies ein gesellschaftliches Thema mit hoher Priorität.»

Dies bekräftigt auch Monika Litscher von Caritas Zürich. Es hat zwar noch relativ viele freie Lehrstellen. Firmen bevorzugen jedoch Jugendliche ohne Ecken und Kanten, mit guten Schulnoten. Für alle anderen ist es nach wie vor hart. (dr)

Kontakt: Caritas Zürich, incluso, Monika Litscher, Beckenhofstrasse 16, 8021 Zürich, Telefon 044 366 68 40, incluso@caritas-zuerich.ch , www.caritas-zuerich.ch

Mentoringprojekt zur beruflichen Integration junger Migrantinnen und Migranten. Das incluso-Programm bringt Jugendliche mit berufserfahrenen Mentorinnen und Mentoren zusammen, die sie bei der Lehrstellensuche coachen und unterstützen.